Webzine n°48. März 2000
Liebe EUROCIRCLE
- PARTNER,
13 Staaten,
die Türkei eingeschlossen ( übrigens: ohne dass es diesbezüglich
eine öffentliche Debatte gegeben hätte), stehen Schlange im Vorzimmer
des Nobelclubs Europäische Union.
Erst sechs, heute
15, demnächst 28 Mitgliedsstaaten zwingen zu einem radikalen Wandel in
den EU-Strukturen, die derzeit erarbeitet, unter französischer Präsidentschaft
in Nizza Ende 2000 abgesegnet und umgehend in Kraft treten sollen. Es geht vorrangig
um die Ausweitung der Mehrheitsentscheidungen im Ministerrat, um das Stimmengewicht
der Staaten sowie die Größe und Zusammensetzung der Kommission; eventuell
auch um Parlamentsreform und Grundrechtscharta.
Wie kann der Traum
von einem weltpolitisch handlungsfähigen Akteur realisiert werden, wenn
schon bei einem Europa der 15 - wie derzeit zu bestaunen ist - ein beleidigter
Hanswurst das Recht hat, mit einem General-Boykott zu drohen, der selbst die
interne Handlungsfähigkeit lahmlegen würde ?
Eine Möglichkeit
hat der sozialistische Ex-Kommissionspräsident Delors kürzlich in
Le Monde aufgezeigt, die im Kern dem seinerzeit berühmt-berüchtigten
Schäuble/Lamers Papier nahekommt:
Nur eine "Föderation
von Staats-Nationen", die als "Avantgarde" in wichtigen Bereichen vorangeht,
kann Operationalität und Funktionalität garantieren....
... genau wie einst
Schäubles heftig gescholtenes "Kerneuropa", das nebst "konzentrischen Kreisen"
drumherum und mit entsprechenden Machtbefugnissen ausgestattet, für Recht
und Ordnung sorgen möge.
Kerneuropa hin, Avantgarde
her; fest steht: die alten Gründerstaaten plus einige neue Mitglieder haben
zu gewährleisten, dass die Europäische Integration mehr darstellt
als eine neoliberalistische Freihandelszone de luxe ! Und zwar ohne chauvinistische
Großmäulereien sondern in Verpflichtung zur Umsetzung der europäischen
Leitbilder wie Frieden, Demokratie, Toleranz, Freiheit und Solidarität
mit den Schwächeren. In diesem Sinn verbleibt bis zur Aprilausgabe,
Ihre EC-Redaktion
Letzte Meldung: Zeitschiene
EQUAL
Die Veröffentlichung
im Amtsblatt und das Inkrafttreten stehen unmittelbar bevor; bis Juli 2000:
Entwicklung der nationalen Umsetzungspläne durch die Mitgliedstaaten und
Abgabe bei der Kommission abgegeben; bis November 2000: Prüfung durch die
Kommission. Dezember 2000: erste Ausschreibungsrunde. Die Auswahl selbst soll
dann zwischen Mai und Juli 2001 stattfinden, so daß im September 2001
mit der Arbeit begonnen werden könnte.