Webzine n°69. Dezember 2001
Liebe
EUROCIRCLE - PARTNER,
die
EQUAL Vorentscheidungen sind gefallen und das EUROCIRCLE-Team beglückwünscht
das Institut Paoli Calmette zur erfolgreichen Beantragung!
Jetzt heisst es,
bis Weihnachten ein tragfähiges, solides und inhaltlich hochklassiges transnationales
Netzwerk zu bauen, um auch die zweite Hürde zu überspringen. Desweiteren:
-
arbeiten wir derzeit in Kooperation mit dem Antragsteller, der Universität
Aix/Marseille II einen e-content Antrag aus (siehe Ausschreibung in diesen News),
in dem mit BUPNET, Aqui Europa und Synphonix gleich drei weitere EUROCIRCLE-Kooperationspartner
eingebunden werden können,
- konnte
noch im November für die IFAC - und mit starker Unterstützung der
Stadt Marseille - ein AP Jugend Antrag gestellt werde, in dem für den April
nächsten Jahres ein Erfahrungsaustausch junger Sozialarbeiter mit Teilnehmern
aus fünf Ländern (Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich
und Italien) geplant ist,
-
ist mit AMPT ein bedeutender Träger der marseiller Drogenprävention
und
- prophylaxe
in einen italienischen Antrag des Antidrogenprogramms der EU-Kommission eingebunden
worden;
- sind
unsere internen Personalplanungen für 2002 abgeschlossen: mit Amandine
Akouka und Nabila Kram werden zwei ehemalige Praktikantinnen im Rahmen unterschiedlicher
Qualifizierungs- und Beschäftigungsverträge eingestellt. Ausserdem
ist ein über Leonardo finanziertes Auslandpraktikum für eine deutsche
Praktikantin bewilligt worden, so dass das EUROCIRCLE-Team erheblich gestärkt
ins nächste Jahr gehen kann,
- beglückwünschen
wir den Conseil Général von Bouches-du-Rhone zu ihrer neuen Monatszeitschrift,
dem "Info Européenne" dessen Nullnummer zeitgleich mit den Dezembernews
herausgegeben wird. In dem Journal – dessen Kern die französische Version
Ihrer EC-News ist – schreiben Repräsentanten der EU-Kommission, des EU-Parlaments
und diverser französischer Institutionen, wie z.B. der Präfektur der
Region als Vertreter des Staates, über jeweils sie betreffende (und die
Leser hoffentlich interessierende) "Europäische Entwicklungen". Selbstverständlich
sind wir ein wenig stolz, die Initiative zur Entstehung dieser Zeitschrift (mit)ergriffen
zu haben und den Informationsteil abdecken zu können
Bleibt uns am Ende nur noch einige Wünsche auszusprechen: Ihnen allen einen
erfolgreichen Jahresausklang mit friedlichen Weihnachten und einem fröhlichen
Sylvesterfest und uns allen ein erfolgreiches 2002, Ihr
EC-Kommentar:
Europäische Außenpolitik
am Abgrund
Es heißt,
seit den Ereignissen des 11. September sei nichts mehr wie es war. Ausgenommen
ist davon die EU-Aussen- und Sicherheitspolitik. Angesichts der gewaltigen militärischen,
sicherheitspolitischen und humanitären Herausforderungen, vor die der internationale
Terrorismus die Welt gestellt hat, leidet die Europäische Union sichtbar
unter politischer Asynchronität.
Ihr visionäres
Projekt einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik eilt der Wirklichkeit
weit voraus. Nach den Ereignissen des 11. Septembers zeigt sich, dass die EU
in puncto Sicherheitspolitik mit leeren Händen dasteht: Sie kommandiert
weder über Soldaten, noch verfügt sie über Institutionen, die
auf Anforderungen wie diese zugeschnitten wären.
Dass Großbritannien,
Frankreich und jetzt auch Deutschland in bilaterale Verhaltensmuster zurückfielen,
als sie den USA militärische Hilfe anboten, ist ärgerlich, war unter
den gegebenen Bedingungen aber nicht anders möglich. Die Gemeinschaft befindet
sich nun einmal immer noch im Übergang von der wirtschaftlichen zur politischen
Union. Da sind die Fragen von Krieg und Frieden die letzten, die aus den nationalen
Händen gegeben werden.
Wenn London, Paris
und Berlin der Versuchung nachgeben, ihr jeweiliges militärisches Engagement
in politische Einzelgewichte umzumünzen, dann steht die europäische
Außenpolitik am Abgrund. Schröder, Chirac oder Blair als Weltstaatsmänner,
das mag den Eitelkeiten schmeicheln, dient aber nicht der Suche nach globalen
Lösungen.
Mindestens genauso
gefährlich wäre es, wenn sich in der EU eine außenpolitische
Elite, deren Kern die großen drei bilden, vom Rest absetzen würde.
Eine außenpolitische Zweiklassengesellschaft, wie sie sich beim Afghanistan-Dinner
in London abzeichnete, ließe die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
kollabieren. Weil am Ende des Tages die EU mit ihrer ökonomischen Macht
das stärkste Instrument ist, das den Schröders, Blairs und Chiracs
im globalen Maßstab zur Verfügung steht, sollten sie damit schon
aus Eigeninteresse äußerst pfleglich umgehen, da auch in diesem Fall
das Erfolgsrezept der EU in der Harmonisierung liegt.