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Webzine n°27. Juni1998

Liebe EUROCIRCLE - PARTNER,

Alea jacta est: Die Einführung des EURO ist endgültig beschlossene Sache. Nach dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel steht dem Einstieg in die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion nun nichts mehr im Weg. Wie von der Kommission vorgeschlagen, werden zunächst 11 Mitgliedsländer zum Kreis der EURO-Teilnehmerstaaten gehören. Die Trendwende in der Akzeptanz des EURO seitens der Bürgerinnen und Bürger Europas scheint sich zu manifestieren. Laut einer Umfrage die im Auftrag der EU-Kommission zwischen dem 11.3. und dem 7.4.1998 durchgeführt wurde, sind:
67% der Bevölkerung des "EURO-Landes", 62% der Menschen europaweit (darunter 75% der Franzosen und 54% der deutschen Bevölkerung) der Meinung, daß es eine europäische Währung geben muß, die die nationalen Währungen ablöst.
Die öffentliche Diskussion wurde von dem merkwürdigen Gezerre um die Ernennung des ersten Präsidenten der Europäischen Zentralbank EZB beherrscht; die Kommentare diesbezüglich reichten von: "...klarer Vertragsbruch von Maastricht" über "...Vertrauensbruch in das epochale Projekt Währungsunion" bis zur "...Abkehr von einer Politik der Geldwertstabilität".
Daß die internationalen Finanzmärkte die Brüsseler Querelen faktisch ignoriert haben, scheint uns eher ein Indikator für die Nichtigkeit eines Problems zu sein, das aufgrund gewisser nationaler Eitelkeiten hausgemacht war. Denn warum sollte ein Präsident, der mit vier Jahren (mindestens) ebenso lange im Amt bleiben wird, wie der nächste deutsche Bundeskanzler, weniger Stabilität einfordern, als einer der länger im Amt bleibt?
EUROCIRCLE geht davon aus, daß auch dieses Narrenstück bald Geschichte sein wird und daß Duisenberg kraft seiner Integrität und bewiesenen Professionalität die EURO-Stabilität garantiert. Er ist jetzt allerdings dringend darauf angewiesen, daß die Hausaufgaben seitens der Kommission umgehend angepackt werden: die Mehrwertsteuer und die Einkommensteuersätze müssen europaweit genauso angeglichen werden wie Zinsbesteuerung.
Die vordringlichste Aufgabe aller Beteiligten liegt jedoch darin, den gemeinsamen politischen Unterbau zu entwickeln und die vorhandenen Institutionen - insbesondere das europäische Parlament - zu stärken. In diesem Sinn verbleibt mit den besten Wünschen bis zur Sommerferien-Doppelnummer

Ihre EC-Redaktion