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n°39. Juni 1999
Liebe EUROCIRCLE
- PARTNER,
"Es gibt
nichts Gutes - außer man tut es" empfahl der deutsche Schriftsteller Erich
Kästner vor mehr als einem halben Jahrhundert. Jetzt nimmt Europa Kurs
auf ein neues Jahrhundert; einen Kurs, den Sie, liebe EUROCIRCLE-Partner, als
Wählerin oder Wähler mitbestimmen können und sollten. Die Teilnahme
an der Europawahl ist heute wichtiger denn je, da das Europäische Parlament
mit seinen 626 Abgeordneten aus 15 Ländern seine Kompetenzen erheblich
ausgebaut hat.
Die Gesetzgebung der Europäischen
Union beeinflußt immer stärker das tägliche Leben der 370 Millionen
EU-Bürger vom Polarkreis bis zum Mittelmeer. Das Europäische Parlament
hat seit dem Vertrag von Amsterdam ein Mitentscheidungsrecht in den Bereichen
Beschäftigungs- und Sozialpolitik, Binnenmarkt, Verbraucher- und Umweltschutz,
Verkehrspolitik und vieles mehr.
Beim EU-Haushalt haben die
Parlamentarier ebenfalls ein wichtiges Wort mitzureden. Das Europäische
Parlament bildet gemeinsam mit dem Rat der Finanzminister die Haushaltsbehörde,
es verabschiedet den EU-Haushalt.
Das Europäische Parlament
übt immer stärker die demokratische Kontrolle über alles aus,
was in Brüssel geschieht. Es hat einen eigenen Haushaltskontrollausschuß,
der als Anwalt der Steuerzahler in Europa erfolgreich arbeitet. Um Mißstände
aufzuklären, kann das Parlament Untersuchungsauschüsse einrichten.
Beispiel: Beim Rinderwahnsinn BSE hat die parlamentarische Aufklärung einen
Kurswechsel der bis dahin stark an ökonomischen Interessen orientierten
Politik zugunsten der Verbraucher erzwungen. Die schärfste Waffe ist das
Mißtrauensvotum. Damit können die Abgeordneten die EU-Kommission
stürzen. Der Kommissionspräsident - in Zukunft fast eine Art europäischer
Regierungschef - und die Kommissare werden nur ernannt, wenn sie das Vertrauen
der Mehrheit im Europäischen Parlament finden. So wird die EU-Bürokratie
demokratisch gestützt oder gegebenenfalls gestürzt.
Das große Thema nach
dem Jahrtausendwechsel ist die Erweiterung der Europäischen Union. Ein
Dutzend Kandidaten hat bereits an die Tür geklopft, mit 6 Ländern
laufen schon konkrete Beitrittsverhandlungen. Allerdings geht die Tür nur
auf, wenn die Mehrheit der Europa-Abgeordneten zustimmt. Beitrittsbeschlüsse
und andere internationale Verträge können nur mit Zustimmung des Europäischen
Parlaments in Kraft treten. Ergo:
Es empfiehlt,
am 13. Juni wählen zu gehen, um die Demokratie in Europa zu stärken,
Ihre EC-Redaktion