Die
Europäische Union ist bereits seit geraumer Zeit
dabei, die Beziehungen zu ihren direkten Nachbarn
zu intensivieren. So auch den wirtschaftlichen
und politischen Austausch mit den Mittelmeeranrainerstaaten.
Diese geplante „Union für den Mittelmeerraum“
soll der gemeinsamen Außenpolitik eine neue Dimension
geben. Es ist nämlich nur schwer einzusehen, warum
in den über Tausende Kilometer hinweg gepflegten
Handelsbeziehungen -beispielsweise zwischen Marseille
und dem finnischen Tampere- sämtliche Freiheiten
des Binnenmarktes gelten, zwischen der südfranzösischen
Metropole und ihren nur wenig entfernten nordafrikanischen
Nachbarn dagegen nicht. Mit dem 1995 begonnenen
„Barcelona-Prozess“ trägt die EU dieser geografischen
Nähe Rechnung. Er ist seither das zentrale Instrument
für die Beziehungen der Mittelmeeranrainer und
umfasst eine Partnerschaft zwischen 39 Staaten
mit mehr als 750 Millionen Menschen. Die in diesem
Rahmen gestarteten Initiativen haben einiges bewirkt.
Nicht nur in Bezug auf Handelserleichterungen,
auch bei politischen Herausforderungen.
Zwar hat der anhaltende Konflikt im Nahen Osten
die Partnerschaft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit
gebracht – doch die Kanäle des Dialogs blieben
offen. Wenn jetzt Gipfeltreffen der Regierungschefs
alle zwei Jahre vorgesehen sind, jährliche Treffen
der Außenminister sowie Sitzungen hochrangiger
Beamter und des Europa-Mittelmeerausschusses,
bedeutet das, dass die politischen Beziehungen
aufgewertet werden.
Wirtschaftlich gesehen, fällt die Bilanz der Kommission
eher nüchtern aus: Das Wachstum in diesen Regionen
ist nicht schlecht, aber der anhaltende Bevölkerungszuwachs
hatte zur Folge, dass sich das Wohlstandsgefälle
zwischen der EU und den meisten Mittelmeerpartnerländern
sogar vergrößert hat. Robert Schuman sagte einmal,
„gelebte Solidarität“ entstehe dann, wenn Partner
konkrete Projekte gemeinsam umsetzen. Ihre EUROCIRCLE
Redaktion denkt dabei vor allem an die Förderung
der Sonnenenergie, die ökologische Sanierung des
Mittelmeers aber insbesondere an die Aktionen
1 und 2 des Programms « Jugend in Aktion », Jugendaustausche
und den europäischen Freiwilligendienst, um den
interkulturellen Dialog zu intensivieren. Gerade
solche Projekte bieten die Möglichkeit, die Zivilgesellschaft
mit einzubeziehen. So werden sich in Marseille
vom 5. - 9. Juli, der ersten Woche der französischen
Ratspräsidentschaft, in Anwesenheit der Präsidenten
Baroso und Sarkozy, mehrere Hundert Jugendliche
aus 51 Ländern treffen und gemeinsam über Ihre
und unser aller Zukunft debattieren.
Wie sie sich – liebe EUROCIRCLE-Partner – sicherlich
vorstellen können, sind wir eingeladen, gleich
an mehreren Fronten zum Gelingen dieses Spektakels
beizutragen. Freuen Sie sich auf einen Bericht
diesbezüglich in der
Jubiläumsausgabe im September! Bis dahin verbleiben
wir mit besten Grüssen