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Editorial

Webzine n°148/149. Juli-August 2008

Liebe EUROCIRCLE - PARTNER,

Die Europäische Union ist bereits seit geraumer Zeit dabei, die Beziehungen zu ihren direkten Nachbarn zu intensivieren. So auch den wirtschaftlichen und politischen Austausch mit den Mittelmeeranrainerstaaten. Diese geplante „Union für den Mittelmeerraum“ soll der gemeinsamen Außenpolitik eine neue Dimension geben. Es ist nämlich nur schwer einzusehen, warum in den über Tausende Kilometer hinweg gepflegten Handelsbeziehungen -beispielsweise zwischen Marseille und dem finnischen Tampere- sämtliche Freiheiten des Binnenmarktes gelten, zwischen der südfranzösischen Metropole und ihren nur wenig entfernten nordafrikanischen Nachbarn dagegen nicht. Mit dem 1995 begonnenen „Barcelona-Prozess“ trägt die EU dieser geografischen Nähe Rechnung. Er ist seither das zentrale Instrument für die Beziehungen der Mittelmeeranrainer und umfasst eine Partnerschaft zwischen 39 Staaten mit mehr als 750 Millionen Menschen. Die in diesem Rahmen gestarteten Initiativen haben einiges bewirkt. Nicht nur in Bezug auf Handelserleichterungen, auch bei politischen Herausforderungen.
Zwar hat der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Partnerschaft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht – doch die Kanäle des Dialogs blieben offen. Wenn jetzt Gipfeltreffen der Regierungschefs alle zwei Jahre vorgesehen sind, jährliche Treffen der Außenminister sowie Sitzungen hochrangiger Beamter und des Europa-Mittelmeerausschusses, bedeutet das, dass die politischen Beziehungen aufgewertet werden.
Wirtschaftlich gesehen, fällt die Bilanz der Kommission eher nüchtern aus: Das Wachstum in diesen Regionen ist nicht schlecht, aber der anhaltende Bevölkerungszuwachs hatte zur Folge, dass sich das Wohlstandsgefälle zwischen der EU und den meisten Mittelmeerpartnerländern sogar vergrößert hat. Robert Schuman sagte einmal, „gelebte Solidarität“ entstehe dann, wenn Partner konkrete Projekte gemeinsam umsetzen. Ihre EUROCIRCLE Redaktion denkt dabei vor allem an die Förderung der Sonnenenergie, die ökologische Sanierung des Mittelmeers aber insbesondere an die Aktionen 1 und 2 des Programms « Jugend in Aktion », Jugendaustausche und den europäischen Freiwilligendienst, um den interkulturellen Dialog zu intensivieren. Gerade solche Projekte bieten die Möglichkeit, die Zivilgesellschaft mit einzubeziehen. So werden sich in Marseille vom 5. - 9. Juli, der ersten Woche der französischen Ratspräsidentschaft, in Anwesenheit der Präsidenten Baroso und Sarkozy, mehrere Hundert Jugendliche aus 51 Ländern treffen und gemeinsam über Ihre und unser aller Zukunft debattieren.
Wie sie sich – liebe EUROCIRCLE-Partner – sicherlich vorstellen können, sind wir eingeladen, gleich an mehreren Fronten zum Gelingen dieses Spektakels beizutragen. Freuen Sie sich auf einen Bericht diesbezüglich in der
Jubiläumsausgabe im September! Bis dahin verbleiben wir mit besten Grüssen